Notizen zur Episode KW 46 (Do) Der Ritt auf der Nähmaschine (Hörererektionen)

Der Hof in Pommern, von dem Maximilian erzählt hatte

1945. Mein Ururopa und meine Ururoma lebten zusammen mit meiner Oma und deren Eltern in einem wunderschönen Dreiseitenhof in Hinterpommern. Dann kam der Krieg und sie mussten fliehen. Alle kamen unbeschadet in Deutschland an und lebten so weiter. Nach und nach und eine Generation später, fuhr meine Familie (eine Hand voll aus der Generation nach der Flucht) noch einmal dorthin, um zu gucken, wie es inzwischen dort aussieht. Sie gingen eigentlich nicht davon aus, dass das Haus noch steht und hofften einfach nur die Umgebung noch einmal zu sehen. Doch zur Verwunderung aller stand das Haus immer noch so, wie es auch vor so vielen Jahren stand. Zwar völlig verwildert und der Hof war mit einer Schicht Erde bedeckt. Außerdem war die Scheune mit der Zeit eingestürzt. Doch es stand. Es war inzwischen in polnischem Besitz. Dort besuchte meine Familie immer wieder diesen Ort, der wie eine Magie ausstrahlte. Irgendwann lernten (ich rede jetzt einfach mal von „uns“, obwohl ich noch nicht einmal geboren war) wir dann die Besitzer kennen und sie boten uns an, das Haus zu besichtigen. Dieses Angebot nahmen wir gerne an, um noch einmal an diesem Ort zu sein. Gleich danach boten sie uns an, dieses ganze Haus zu kaufen. Jedoch lehnte Papa dieses Angebot dankend ab. Irgendwann war ich dann auch das erste Mal auf diesem Hof, aber noch als kleines Baby.

Nach einigem Hin und Her hatte mein Vater sich selbst so weit, dass er Schlüssel für das Haus bekam, die jedoch nur von der Sorte „Mieten“ und nicht offiziell waren (ein Vorvertrag), denn er durfte es erst in zwei Jahren kaufen. Und dann passierte etwas, was man sich heute nur noch wünschen könnte, das ganze Dorf kam zu uns und half dabei: Die Erde weg zu schaufeln, das Haus zu entrümpeln und sogar die komplette Giebelwand neu zu machen. So viel Unterstützung hätten wir im Traum nicht erwartet. Selbst da konnte man sehen, dass langsam wieder Leben an diesen Ort kam. Irgendwann dann eine Nachricht von der Behörde: Papa durfte es jetzt kaufen. Im Weiteren erfuhren wir, dass ein Geschäftsmann es sonst kaufen und es vermutlich neu bebauen lassen würde. In diesem Moment wusste Papa, jetzt oder nie. Er legte sich sowas von ins Zeug und… bekam schließlich zuerst den Kredit. Ich erinnere mich jetzt noch an den heroischen Moment, in dem ich auf der Bank vor dem Haus die Kaufurkunde hochhalte.

Das Haus wurde immer mehr zu dem, was es mal war und inzwischen haben wir den Stall (versehentlich) neu gemacht, jedoch mit den alten Steinen und im alten Stil. Wir starteten die Renovierung in altem Handwerk. Und die Zimmer wurden wieder mehr als bewohnbar. Inzwischen fahren wir häufig im Jahr dorthin und verrichten dort kleinere Arbeiten. Ich schreibe sogar gerade von dort. Auch sind wir dabei, die Scheune wieder vollends im alten Look aufzubauen. Wir haben auch viele neue Freunde hier gefunden. Es ist für uns alle ein magischer Ort und wir bauen ihn langsam wieder auf. Hinten sind dann auch noch 3 Hektar Garten, Perfekt also zum Austoben.

Und auch noch eine dritte kleine Geschichte, bzw. ein Serendipity-Moment, der mir beim Schreiben dieser E-Mail gerade eben passiert ist, kann ich noch erzählen. Wie ich ja schon gesagt habe, komme ich aus Jena und höre liebend gerne euren Podcast, also hörte ich ihn auch beim Schreiben dieser E-Mail. Nun bin ich in der Folge von vor einer Woche, als ihr Clara anruft. Ihr erzählt ein wenig über das Lied, was sie euch geschrieben hat, und redet noch über ihren Freund Paul. Und dann traute ich meinen Ohren kaum. Ich wusste schon lange, dass Paul Schauspieler ist, jedoch nichts Näheres und als ihr dann gesagt habt, dass er Schauspieler am Theaterhaus Jena ist, fiel ich aus allen Wolken. Ich selbst habe nämlich einen sehr guten Draht zum Theaterhaus Jena. Ich bin auch in einer Schauspielgruppe vom Theaterhaus Jena und habe schon einen Auftritt hinter mir, so wie ein Praktikum im nächsten Jahr vor mir. Dort werde ich zwar in der Requisite tätig sein. Aber vielleicht läuft mir mit der Macht von Serendipity Paul ja doch mal über den Weg 🙂 (Ich habe es auch nochmal gegengecheckt und tatsächlich steht Paul auf der Website unter: Ensemble)

Das sind jetzt 3 sehr verschiedene Geschichten, aber ich würde mich freuen, wenn sie im Laufe der Zeit noch Platz in diesem Podcast finden. (gerne auch gekürzt oder so)

Viele Grüße aus Schlawin (der Ort wo das Haus steht)

Und aus Jena.

Maximilian, 13
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